Dieses Jahr hatte die Kultur eine harte Nuss zu knacken …

Die aktuelle Pandemie legt das kulturelle Leben still. Für viele Künstlerinnen und Künstler bedeutet das: Weniger (mittlerweile wieder gänzlich kein) Publikum, weniger Verkauf, weniger Einnahmen. Einigen mangelt es mittlerweile an einer Perspektive.  

In der Kunst-, Kreativ- und Kulturszene arbeiten tausende von Menschen. Genau genommen handelt es sich um ungefähr 1,1 Millionen Beschäftigte in Deutschland. Viele in dieser Branche sind freiberuflich Tätige und Kleinunternehmer. (ca. 265.000) 

Einige, die von einem lebendigen kulturellen Leben ihren Lebensunterhalt finanzieren, vergisst man vielleicht schnell beim ersten Gedanken. Aber lassen wir doch einmal den Blick hinter die Kulissen werfen. Wer baut eigentlich die Bühne auf und ab? Die Bühnenbauerin! Wer ist im Theater für Kostümbilder zuständig? Der Kostümbildner! Wer sorgt für den Ton? Die Tontechnikerin! Und wer hilft den Schauspielern, sollte es mal zum Texthänger während des Auftritts kommen? Richtig, der Souffleur! Es gibt noch viele weitere wichtige Berufszweige, die vom Weiterbetrieb der Kultur nicht nur ideell, sondern auch finanziell, abhängig sind. 

In unserer Gesellschaft wird Kultur oftmals als eine Art „Luxusgut“ betrachtet und die damit verbundene Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern eher als ihr Hobby eingestuft. Nach dem Motto: Sie hätten sich freiwillig dazu entschieden, das wirtschaftlich riskante Hobby zum Beruf zu machen. Diese Geringschätzung und die Leichtfertigkeit sollten wir entgegentreten. 

An dieser Stelle möchte ich einen wichtigen Satz der Staatsministerin Monika Grütters aus einem Deutschlandfunk interview zitieren, der eine Tatsache für uns klar stellt: „Diese permanente Diskussion darüber, wer ist hier wie systemrelevant, die kann ich für die Kultur ganz eindeutig beantworten: Ja, wir sind als Kultur und Kreative systemrelevant in Deutschland.“

Deshalb sollten wir alle gemeinsam dafür sorgen, (um weiterhin in Worten von Monika Grütters zu sprechen), dass die Kultur „nicht zum leichtfertigen Opfer der Krise“ wird. 

Diese Adventszeit ist sicherlich für jeden von uns trister als gewohnt, weil kulturelle Erlebnisse auch in unserer Stadt nicht stattfinden können. Damit die Kultur bei einer stabilen Lage im nächsten Jahr wieder wie gewohnt erlebbar wird, bedarf die Kultur- und Kunstbranche einer besonderen Unterstützung. Die Politik arbeitet weiter an Ideen und Konzepten zur Unterstützung. Hier bedarf es auf allen Ebenen einer starken Lobby, die sich für die Kultur- und Kunstbranche einsetzt. An dieser hat es in den letzten Monaten sicherlich noch etwas gemangelt. 

Aber was kann jeder und jede Einzelne von uns tun, um die Kulturschaffenden genau jetzt – in der Phase der Schließung – zu unterstützen? 

Kaufen Sie bereits jetzt Tickets für die Events im nächsten Jahr oder einfach Gutscheine von Künstlern, Sängern, Musikern, Bands, Malern, Schauspielern, Veranstaltern, Rednern, anderen Talenten und kulturellen Institutionen. Helfen Sie Ihnen damit durch die harte Zeit. 

Rainer und ich arbeiten derzeit an einer Möglichkeit, um KulturGutScheine für Potsdamer Künstlerinnen und Künstler schneller und gezielter erwerben zu können und möglicherweise auf neue Talente zu stoßen. Wir werden berichten.

2 Gedanken zu “Dieses Jahr hatte die Kultur eine harte Nuss zu knacken …

  1. Ja. Liebe Anna: danke für diesen Beitrag. Ein Künstler im Homeoffice ist dort völlig lost. Ein Künstler braucht den Applaus, das Publilkum, den Resonanzboden, den Thrill. Es ist Mist, wenn die Beleuchterin nichts anzuleuchten hat, wenn der Bühnenraum leer ist und nach Keller riecht. Der Kulturgutschein könnte eine Perspektive geben

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  2. Das ist eine tolle Idee, die Ihr da habt. Ein Mal mehr zeigt sich: Die Welt lebt von Ideen!! – Ihr habt Ideen und laßt damit die Kulturwelt in Potsdam wieder leben. UND: Ideen, da bin ich sicher, können auch harte Nüsse knacken. Sobald das möglich ist, laßt es mich wissen, ich will einer der ersten Kulturisten sein, die einen Gutschein kaufen. Schafft Ihr das noch vor Weihnachten? Mit dieser Ideen seid Ihr auch zu Künstlern geworden, meinen Applaus habt Ihr ebenfalls. Ehrlich gesagt finde ich es traurig, daß die Kommunalpolitik wieder einmal hinter hinkt. Schade, aber leider symptomatisch für diese Stadt.

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